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            <text>Teutenbrief aus Houston, Texas, USA
(Letter from Houston, Texas - pubished in the Newsletter of
the Fraternity "Burschenschaft Teutonia"in Kiel, Germany)

Liebe Bundesbr?der,

alle Medien der Welt sind voll von Berichten ?ber die unglaublichen Erreignisse des 11. September 2001 in New York City, Washington und Pennsylvania, mit klugen Analysen der Katastrophe, ihren Ursachen und m?glichen Folgen und mit Leitartikeln von Verfassern, die viel kl?ger sind als ein alter Teute in Texas und denen ich nichts Schlaueres hinzuf?gen kann. Aber ich dachte angesichts der Reaktionen von einigen Bundesbr?dern und Freunden in Deutschland, dass Euch vielleicht einige pers?nliche Aspekte und Bemerkungen zu den Geschehnissen interessieren, nachdem wir uns hier etwas von dem ersten Schock erholt haben und langsam sehen, welche Gr?ssenordnung und fatale Bedeutung die Ereignisse und Erkenntnisse der letzten Tage f?r unsere Zukunft und die Weltgeschichte haben. 

Als Wahlamerikaner seit 22 Jahren ? immer noch mit deutschem Pass ? habe ich wie viele Menschen hier in dieser furchtbaren Woche aus allen Teilen der Welt Anrufe und e-mails von Freunden, Verwandten, Kollegen und Klienten bekommen, die entweder wussten, dass meine Tochter in Manhattan arbeitet, oder die nur ihr Entsetzen, ihr Mitgef?hl und ihre spontane Solidarit?t bekunden wollten.
 
Zugleich ist es unglaublich, wieviele Bekannte, Nachbarn und Gesch?ftsfreunde hier im fernen Texas direkt von den Ereignissen an der amerikanischen Ostk?ste betroffen sind, weil sie Freunde oder Verwandte haben, die bei den Terroristenangriffen umkamen, verletzt wurden oder um Haaresbreite entkommen sind. F?r mich waren die zweieinhalb Stunden am Morgen des vorigen Dienstags, w?hrend wir verzweifelt auf Nachrichten von meiner Tochter warteten, die wohl die schwersten in meinem Leben. Nun sind wir aber, um das vorauszuschicken, eine gl?ckliche Familie im Gegensatz zu so vielen anderen in diesem und vielen anderen L?ndern der Welt.
 
Unsere 28j?hrige Isabel arbeitet bei der Commerzbank in New York Manhattan als Assistant Treasurer, und zwar im Hochhaus des World Financial Center 2, drekt neben dem World Trade Center. Da es jetzt mit seinen ca. 60 Stockwerken das zweith?chste der verbliebenen Geb?ude ist, sieht man es auf den Fernsehbildern deutlich direkt an der Wasserfront. Sie war kurz vorher in ihrem B?ro im 34. Stock angekommen, als sie die erste Explosion h?rte.  Vom Fenster sah sie direkt gegen?ber die Flammen aus dem Nordturm des WTC schlagen und Menschen aus den Fenstern fliegen. ?ber Cellular Telefon erfuhren sie und ihre Kollegen, dass es ein Flugzeug war und wahrscheinlich ein Terroristenanschlag. Kurz danach sah sie sah dann das zweite Flugzeug genau auf ihrer H?he auf sich zurasen, und es sah so aus als ob es ihren Geb?udekomplex direkt treffen w?rde. Ohne den Einschlag abzuwarten, rannte sie zur Treppe. 

Sie kam schnell die ersten 20 Stockwerke herunter, weil nur wenige Leute wirklich gesehen hatten was passierte. Weiter unten wurde es dann aber sehr voll, und sie landete erst nach knapp 30 Minuten auf der Strasse, wo viele Leute standen und auf die brennenden Geb?ude starrten, was sie ziemlich ?stupid? fand. Sie rannte ?ber den angrenzenden Battery Park zur U-Bahn Station und erwischte ? wie sich hinterher herausstelte ? den letzten Zug aus dem Desastergebiet. Aber bereits nach wenigen Stationen machte der Zug eine Vollbremsung und blieb im stockfinsteren Tunnel stehen, da die Elektrizit?t und damit alle Signalanlagen ausfielen, als das der erste WTC Turm kollabierte. Erst nach mehr als einer Stunde fuhr der Zug wieder an und erreichte die n?chsten Station. Unter den Passagieren brach bemerkenswerterweise keine Panik aus, obgleich die meisten erst langsam von den in Manhattan Zugestiegenen erfuhren was passiert war. Erst als Isabel schliesslich zu Fuss und Taxi ihr Appartment erreichte und mich anrief, erfuhr sie von mir, dass inzwischen die WTC Geb?ude zusammengebrochen waren .....  wenige Minuten, nachdem sie die angrenzende Strasse ?berquert hatte. Wir sind stolz und unheimlich gl?cklich, dass sie so klug und schnell reagiert hat und wir mit einem gewaltigen Schrecken aus dieser Katastrophe davongekommen sind. 
 
Nun noch ein paar politische Bemerkungen, die mir in diesen Tagen so einfallen, wenn ich die Kommentare von Freunden in Deutschland und Europa h?re und sehe bzw. die dortige Presse am Internet lese. Es wundert es mich immer mehr, dass selbst welterfahrene Leute bei Euch einen so negativen Eindruck von George W. Bush und der amerikanischen F?hrung haben. Die deutsche Presse hat sich von Anfang an ?ber ihn lustig gemacht ohne jegliche sachlichen Gr?nde, ebenso wie damals ueber Ronald Reagan, der dann mehr f?r die Europas ?berleben und die deutsche Wiedervereinigung getan hat als alle deutschen Politiker zusammen. Ich kenne George W. bisher nur fl?chtig, habe aber verschiedene Bekannte hier in Houston, deren Urteil ich vertraue, die ihn sehr lange und gut kennen und fuer einen ungew?hnlich f?higen, hochanst?ndigen und enorm effizienten Mann halten. 

Bush war immerhin acht Jahre Gouverneur von Texas (Nr. 12 im Weltrang der Volkswirtschaften) und vorher erfolgreicher Unternehmer sowie intensiv als Insider und f?hrender Berater an den Wahlk?mpfen und der Regierungsf?hrung seines von mir hochverehrten Vaters beteiligt.  Damit hat er sicher sehr viel mehr qualifizierte F?hrungserfahrung als Leute wie Schr?der (Ministerpr?sident meines im Vergleich dazu l?cherlichen Heimatlandes Niedersachsen), Chirac (B?rgermeister von Paris), Blair (hauptberuflicher Parlamentsabgeordneter) usw, alle fast ohne jegliche praktische Lebenserfahrung. Wir sch?tzen uns gl?cklich hier, dass Bush glaubw?rdig und ?usserst besonnen ist, und er hat mit Sicherheit das erfahrendste Team von Kabinetsmitgliedern und Beratern von allen westlichen Staaten. Sein Vize Cheney und sein Aussenminister Powell verglichen mit Herrn Ex-Hippie Fischer, Verteidigungsminister Rumsfeld verglichen mit dem l?cherlichen Volksschullehrer Scharping, Leute mit einer enormen Erfahrung nicht nur als Politiker,  sondern fast alle auch in Top Positionen in der Industrie, was ganz wenige europ?ische und kaum ein f?hrender deutscher Politiker von sich sagen k?nnen. Was will man eigentlich noch, um diesen Leuten zuzutrauen, dass sie wissen, was sie tun. Nur weil sie sehr amerikanisch und ?berwiegend konservativ sind, - und ich stimme vielen ihren diesbez?glichen Positionen keineswegs zu - kann man ihnen doch ihre ?berragenden F?higkeiten und Erfahrungen nicht absprechen. Das Gleiche gilt f?r die f?hrenden K?pfe im Senat und Repr?sentantenhaus. Wenn man da z.B. das besch?mende, wochenlange Gerangel um den Einsatz von 500 (!) Bundeswehrsoldaten in Mazedonien im Deutschen Bundestag sah, kann man nur staunen, dass in Deutschland nicht erkannt wird, mit welcher Effizienz und Aufrichtigkeit amerikanische Politiker jeglicher Coleur sich im Ernstfall einig sind und zur Tat schreiten.  Wenn man im Moment insbesondere die deutsche Presse und pers?nliche Kommentare verfolgt, bin ich mir nicht sicher, dass man sich bei Euch dar?ber im klaren ist, dass wir alle in einem Boot sitzen und dasselbe morgen in Europa passieren kann und - da bin ich leider sicher - wird. 

Mein Vater ist im Krieg gefallen, zu meinen Kindheitserinnerungen geh?rt die Evakuierung aus dem brennenden Berlin, ich war Offizier der Bundeswehr und habe in den 28 Jahren, die ich im Ausland lebend und als professioneller Weltreisender verbracht habe, einiges von der weiten Welt kennengelernt, und habe daher starke pers?nliche Gef?hle f?r diese Dinge. Ich bin vollkommen gegen S?belrasseln, voreilige Drohungen und un?berlegte Gewaltmassnahmen. 

Wenn man jetzt aber die Wut und Verzweifelung der Amerikaner sieht und vor allen, wenn man wirklich Respekt vor der Demokratie hat, muss man den Menschen hier zugestehen, dass sie legitimer Weise von ihren F?hrern erwarten, jetzt drastische Massnahmen zu ergreifen, auch wenn das zu einem jahrelangen Weltkonflikt f?hren wird, der nach dem Willen der Terroristen angezettelt wurde. Die Europ?er sollten froh und dankbar sein, wenn dieses reiche und zu Recht stolze Land alle seine Mittel und F?higkeiten, einschliesslich der seines Pr?sidenten, daf?r einsetzt. Es ist ?berw?ltigend zu sehen, welche Geschlossenheit und resolute Opferbereitschaft sich hier schlagartig in der Bev?lkerung ausgebreitet haben, und man kann sich, wenn man hier lebt, der Stimmung nicht entziehen, auch bei k?hlster Betrachtungsweise und sehr pers?nlichen Erinnerungen an den Krieg.

Mit herzlichen Teutengr?ssen

Euer Hilmar Zeissig   (WS 1959/60)
23. September 2001

 
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